MiM / MMA-Studie (Marketing in der Medizin / Medical Marketing Award)
Marketingmaßnahmen standen bei Arztpraxen und Krankenhäusern nicht an vorderster Stelle, was umso verwunderlicher war, da der Markt der medizinischen Dienstleistungen immer enger wird und von einem steigenden Wettbewerb geprägt ist. Dies ändert sich zur Zeit deshalb auch grundlegend, auch wenn viele medizinische Einrichtungen noch dem Marketing hinterherhinken. Seit 2000 befasst sich die Forschungsgruppe »Marketing und Werbung in der Medizin« der Universität Heidelberg mit »Marketing in der Medizin (MiM)«. Die Studien MiM und MiM/X untersuchen Werbemedien von Krankenhäusern und Arztpraxen. Seit 2005 wurde die Forschungsgruppe in das Heidelberger Institut für Medizinmarketing integriert.Dabei sind die Bewertungskriterien von Werbemedien in der Medizin einem ständigem Wandel unterworfen. Seit der Etablierung der MiM-Kriterien hat sich im Online-Bereich viel getan. Eine Anpassung der ursprünglich 30 Kriterien auf 90 im Jahr 2007 spiegelt diesen Wandel wider.
Material und Methodik
Auf der Basis von verschiedenen Qualitätskriterien sowie Bewertungsscores aus Marketingsicht der Krankenhäuser wurden die MiM-Kriterien entwickelt. Diese werden jährlich überarbeitet und an aktuelle Anforderungen, zum Beispiel Web 2.0 oder Barrierefreiheit oder die Änderungen der Rechtslage, angepasst. Aktuell gibt es 95 Einzelmerkmale, aus denen Bereich-Scores sowie ein Endwert errechnet werden. Ausschlaggebend für den Endwert sind Faktoren wie objektive und für Patienten verständliche medizinische Informationen, Möglichkeiten des Herunterladens von Dokumenten, hilfreiche Informationen über die organisatorischen Abläufe in der Praxis bzw. Klinik. Auch die Benutzerfreundlichkeit der Website, das ansprechend gestaltete Design oder das Vorhandensein von barrierefreien Seiten für Menschen mit einer Behinderung werden berücksichtigt. Aus dem MiM-Endscore kann man direkt ablesen, welchen Nutzen und welche Services die Webseite den Patienten bietet. Es finden sich neben dem Endwert folgende Unterkategorien:- Design
- Bedienung
- Kreativität
- Kundenbindung
- organisatorische Inhalte
- medizinische Inhalte
- Inhalte für Ärzte und Fachkreise
- Nutzung von Web 2.0-Techniken
- Rechtslage
Zeitrahmen
- 01.2000-03.2008
Personen
- Dipl.-Kfm. Dr. med. Dr. sc. hum. Frank Elste
- Dipl.-Kfm. Dr. med. Tobias Lutz
- Dr. med. Christian Köhler
- Dr. med. Thomas Weis
- Thorsten Kapp
Budgetvolumen
- 200 Tsd. Euro
Literatur
- Elste F, Diepgen TL (2002) Die Krankenhäuser werben am Patienten vorbei – Heidelberger Studie über Patientenanwerbung und Marketing durch gedruckte Medien. Führen und Wirtschaften im Krankenhaus 19: 260–263.
- Elste F, Diepgen TL (2002) Marketing im Internet. Klinik Management aktuell 70: 46-49
- Elste F, Diepgen TL (2002) Werbung und Marketing in den neuen Medien. Deutsches Ärzteblatt 99: 488–490.
Weitere Veröffentlichungen