DocValue

Bereits seit 2000 wurden in Heidelberg verschiedene Projekte durchgeführt, die die Bewertung von Ärzten, Kliniken und medizinischen Behandlungen untersuchen sollten. In der Literatur lassen sich nur unzureichend Angaben darüber finden, welche Faktoren für den Patienten ausschlaggebend sind, eine Behandlung gut bzw. schlecht zu bewerten. Das kann zum Einen daran liegen, dass die Bewertung oft als subjektiv und damit nur schwer messbar ist und zum Anderen, weil die Bewertung durch einen Laien, also einen Patienten, als nur mangelhaft relevant anerkannt wird. Doch wollten sich die Forscher in Heidelberg damit nicht abfinden, denn die Befragung von Patienten spielt vor allem im Qualitätsmanagement und in diesem Zusammenhang mit der Messung von Behandlungsqualität eine immer größere Rolle. So wurden innerhalb von acht Jahren über 1000 Patienten aus Arztpraxen (PASTA-Studie), Krankenhäusern (BILD-X-Studie) und Rehabilitationskliniken (MARE-Studie) befragt, um die Bewertungskriterien einer Behandlung zu ermitteln. Aus den gesammelten Daten der genannten Studie entstand schließlich eine Bewertungsscore für die medizinische Behandlung aus Patientensicht, dem Doc-Value. Mit diesem Wert sollte anhand subjektiver Kriterien ein Rückschluss auf die objektive Behandlungsqualität möglich sein. Damit kann allen allen Arztpraxen, Krankenhäusern, Kliniken, Rehabilitationskliniken und anderen medizinischen Einrichtungen ein Instrument an die Hand gegeben werden, die Patientenzufriedenheit adäquat und wissenschaftlich gültig zu erfragen.

Material und Methodik

Die Daten für die Berechnung des »Doc-Value« setzen sich aus den drei Studien PASTA, BILD-X und MARE zusammen und stammen dementsprechend aus aus ambulanten Patienten aus Arztpraxen, ambulanten Patienten aus Sprechstunden im Krankenhaus sowie aus stationären Patienten aus Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken im Großraum Heidelberg. Dabei waren Patienten aus den Fachbereichen Chirurgie (Viszeralchirurgie), Zahnmedizin und Orthopädie vertreten. Insgesamt fanden sich N=1076 Probanden im Datenpool.
Die statistische Auswertung der Daten erfolgte nach der Datenerfassung in FileMaker mit SAS / JMP. Die Beschreibung der Daten umfasst Mittelwert, Standardabweichung, Minimum, Median und Maximum bei stetigen Daten, relative und absolute Häufigkeiten bei kategoriellen Daten. Mögliche Unterschiede zwischen den Gruppen wurden mit dem beidseitigen Fishers Exact Test und dem Pearson Chi Quadrat Test bei kategoriellen Variablen geprüft. Das Signifikanzniveau wurde auf p=0,05 festgelegt. Die gefundenen p-Werte sind als deskriptive Statistik zu werten.

Zeitrahmen

  • 2000 - 2008

Ergebnisse

Die hier genannten Studien-Ergebnisse flossen in die Konzeption des Doc-Value mit ein und ermöglichten so ein wissenschaftlich fundiertes Bewertungskonzept. Dass anhand von subjektiven Bewertungskriterien durch den Patienten eine zuverlässige Bewertung von medizinischen Behandlungen möglich ist, konnte die BILD-X-Studie beweisen. Mit Hilfe der Ergebnisse der PASTA- und der MARE-Studie wurde der Befragungskatalog verfeinert. Am Ende kann aus den einzelnen Bewertungen ein Endscore, der Doc-Value, berechnet werden. Er ist ein Wert zwischen 0 und 100 Punkten und gibt die gesamte Bewertung der medizinischen Behandlung durch den Patienten wider.
Verwendung findet der DocValue bereits im Projekt YaDoc.

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