MiM / MMA-Studie (Marketing in der Medizin / Medical
Marketing Award)
Marketingmaßnahmen stehen bei
Arztpraxen und Krankenhäusern nicht an vorderster Stelle.
Dies ändert sich zur Zeit grundlegend. Seit 2000 befasst
sich die Forschungsgruppe »Marketing und Werbung in der
Medizin« der Universität Heidelberg mit »Marketing in der
Medizin (MiM)«. Die Studien MiM und MiM/X untersuchen
Werbemedien von Krankenhäusern und Arztpraxen. Seit 2005
wurde die Forschungsgruppe in das
Heidelberger Institut für
Medizinmarketing integriert.
Personen
- Dipl.-Kfm. Dr. med. Dr. sc. hum. Frank Elste
- Dipl.-Kfm. Dr. med. Tobias Lutz
- Dr. med. Christian Köhler
- Dr. med. Thomas Weis
- Thorsten Kapp
Zeitrahmen
Budgetvolumen
Material und Methodik
Auf der Basis von
verschiedenen Qualitätskriterien sowie Bewertungsscores aus
Marketingsicht der Krankenhäuser wurden die MiM-Kriterien
entwickelt. Diese werden jährlich überarbeitet und an
aktuelle Anforderungen, zum Beispiel Web 2.0 oder
Barrierefreiheit oder die Änderungen der Rechtslage,
angepasst. Aktuell gibt es 95 Einzelmerkmale, aus denen
Bereich-Scores sowie ein Endwert errechnet werden.
Ausschlaggebend für den Endwert sind Faktoren wie objektive
und für Patienten verständliche medizinische Informationen,
Möglichkeiten des Herunterladens von Dokumenten, hilfreiche
Informationen über die organisatorischen Abläufe in der
Praxis bzw. Klinik. Auch die Benutzerfreundlichkeit der
Website, das ansprechend gestaltete Design oder das
Vorhandensein von barrierefreien Seiten für Menschen mit
einer Behinderung werden berücksichtigt. Aus dem
MiM-Endscore kann man direkt ablesen, welchen Nutzen und
welche Services die Webseite den Patienten bietet. Es
finden sich neben dem Endwert folgende Unterkategorien:
- Design
- Bedienung
- Kreativität
- Kundenbindung
- organisatorische Inhalte
- medizinische Inhalte
- Inhalte für Ärzte und Fachkreise
- Nutzung von Web 2.0-Techniken
- Rechtslage
Ergebnisse
Die Ergebnisse der MiM-Studie wurden
bereits publiziert. Darüber hinaus finden die MiM-Kriterien
beim
Wettbewerb »Deutschlands beste
Praxis-/Klinik-Website« Anwendung. Das Projekt
wurde inzwischen in den Medical Marketing Award
integriert, der jährlich vom Heidelberger Institut
ausgerufen wird.
Diskussion
Bewertungskriterien von Werbemedien in
der Medizin befinden sich in ständigem Wandel. Seit der
Etablierung der MiM-Kriterien hat sich im Online-Bereich
viel getan. Eine Anpassung der ursprünglich 30 Kriterien
auf 90 im Jahr 2007 spiegelt diesen Wandel wider. Noch
immer hinken die meisten medizinischen Einrichtungen mit
dem Marketing hinterher. Das ist verwunderlich, da der
Markt der medizinischen Dienstleistungen enger wird und von
steigendem Wettbewerb geprägt wird.
Literatur
- Elste F, Diepgen TL (2002) Die Krankenhäuser werben
am Patienten vorbei – Heidelberger Studie über
Patientenanwerbung und Marketing durch gedruckte Medien.
Führen und Wirtschaften im Krankenhaus 19: 260–263.
- Elste F, Diepgen TL (2002) Marketing im Internet.
Klinik Management aktuell 70: 46-49
- Elste F, Diepgen TL (2002) Werbung und Marketing in
den neuen Medien. Deutsches Ärzteblatt 99: 488–490.